Besuch der Tafel Wetzlar gemeinsam mit Wolfgang Strengmann-Kuhn MdB

Im Gespräch mit den Mitarbeitenden der Tafel

Gemeinsam mit Wolfgang Strengmann-Kuhn MdB habe ich die Wetzlarer Tafel besucht, um mir ein Bild von der Arbeit vor Ort zu machen und mit den Akteur*innen über aktuelle Herausforderungen zu sprechen.

Von der Tafel begrüßten Dirk Jakob und Hendrik Pfeffer alle Teilnehmer*innen und stiegen mit ein paar Daten und Fakten zur aktuellen Situation ein: circa 1.000 Körbe pro Woche an vier festen Ausgabestellen, rund 2.900 Kund*innen in der Region, über 100 helfende Hände und täglich Ware von 30 Supermärkten, die abgeholt wird. Dass die Tafel so gut angenommen wird, zeigt, wie groß der Bedarf ist und dennoch wären alle Beteiligten froh, wenn es sie nicht mehr geben müsste.. Bundestagsabgeordneter und Obmann für Arbeit und Soziales Wolfgang Strengmann-Kuhn: „Das Engagement der Ehrenamtlichen und Beschäftigten ist beeindruckend. Noch besser wäre es allerdings, wenn die Tafeln gar nicht notwendig wären und wir in der Politik auf allen Ebenen stärker gegen Armut vorgehen. Mit dem Bürgergeld und der geplanten Kindergrundsicherung gehen wir zwar wichtige strukturelle Veränderungen an, aber die Sozialleistungen sind immer noch zu niedrig, um soziale Teilhabe zu ermöglichen.“

502 € Bürgergeld gibt es für Alleinstehende; 16 € pro Tag. Mit diesem Betrag müssen viele der Bedürftigen wirtschaften – kaum Spielraum für eigene Entscheidungen, wenn die Grundbedürfnisse gedeckt werden. Hier möchte die Tafel Wetzlar Abhilfe schaffen und finanzielle Entlastung sowie gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen. Die Tafel ist zudem Arbeitgeber bspw. für Personen aus dem sozialen Arbeitsmarkt oder sogenannte „1-Euro-Jobber“ – Personen, die eine Hilfestellung auf dem Rückweg ins Berufsleben erhalten.

Träger der Tafel ist die Evangelische Kirche Niedergirmes, welche sich als aktive Mitgestalterin des Arbeiter*innenbezirks mit hohem Migrationsanteil versteht. Zusätzlich zur klassischen Tafelausgabe organisieren die Mitarbeiter*innen in Niedergirmes täglich eine „Gesegnete Mahlzeit“, die mittags für einen geringfügigen Betrag ausgegeben wird, sowie ein Tafel-Café. Außerdem werden in Niedergirmes weitere rund 140 Essen für Schulen gekocht. Die Organisation nimmt darüber hinaus Kleiderspenden entgegen, sortiert diese händisch und verkauft sie an die Bedürftigen für kleines Geld. Für Menschen ohne eine Krankenversicherung gibt es seit kurzer Zeit monatlich eine medizinische Sprechstunde.

Von der ursprünglichen Idee, Lebensmittelverschwendung zu vermeiden, hat sich die Tafel zu einer professionellen Organisation entwickelt, welche den Menschen vielfältige Angebote und soziale Teilhabe ermöglicht. Gerade am Standort in Niedergirmes kann die Tafel in Kooperation mit dem Nachbarschaftszentrum den Stadtteil aktiv mitgestalten – ein tolles Konzept mit einem engagierten Team!

Auf Nachfrage, welche Wünsche die Tafel an die Politik richten möchte, antworteten Jakob und Pfeffer: eine weiterhin gute Zusammenarbeit auf kommunaler Ebene, langfristige Planungssicherheit und mehr Spenden an https://tafel-wetzlar.de/.

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